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Gymnasiumtyp
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Vornoten (Schulnoten)
Prüfungsnoten
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Die Vornote, erklärt
Die Regeln, nach denen der Kanton Zürich rechnet: welche Zeugnisnoten zählen, wann sie überhaupt zählen und wo die Bestehensgrenze liegt.
Was ist die Vornote und wie stark zählt sie?
Die Vornote heisst im Kanton Zürich amtlich «Vorleistungsnote». Sie ist der Durchschnitt bestimmter Zeugnisnoten und macht dort, wo sie zählt, 50 % der Gesamtnote aus; die Prüfung selbst macht die anderen 50 % aus. Daran hängen zwei Bestehensgrenzen, und sie messen Verschiedenes: Mit Vorleistungsnote braucht es 4.75 als Gesamtnote aus Prüfung und Zeugnis, ohne Vorleistungsnote 4.5 in der Prüfung allein. Ob die Vorleistungsnote hilft, hängt deshalb von ihrer Höhe ab. Der Kipppunkt liegt bei 5.0: Ist sie höher, senkt sie die nötige Prüfungsnote, ist sie tiefer, hebt sie sie.
Wann zählt die Vornote und wann nicht?
Nicht bei allen. Wo sie zählt, ist es keine Wahl: Sie zählt zwingend, wenn im Zeitpunkt der Anmeldung beide Bedingungen erfüllt sind. Fürs Langzeitgymnasium lautet die Voraussetzung: öffentliche 6. Primarklasse im Kanton Zürich, Noten in beiden Fächern vorhanden. Fürs Kurzzeitgymnasium lautet sie: 2./3. Sek A an öffentlicher Schule im Kanton Zürich, Noten in allen 5 Fächern vorhanden; führt die Schule Anforderungsstufen, müssen alle so angebotenen Fächer in der höchsten Stufe besucht sein. In allen anderen Fällen zählt die Vornote nicht; dann entscheidet allein die Prüfung, und die Grenze liegt bei 4.5 statt 4.75. Das betrifft Kinder an einer Privatschule, Kinder aus einem anderen Kanton und Kinder aus der Abteilung B: Diese können die Prüfung mit einer schriftlichen Empfehlung der Klassenlehrperson ablegen, haben aber keine Vorleistungsnote. Dazu alle, bei denen in einem der massgebenden Fächer keine Note vorliegt.
Aus welchen Fächern wird die Vornote berechnet?
Fürs Langzeitgymnasium aus zwei Fächern: Durchschnitt aus Deutsch und Mathematik. Fürs Kurzzeitgymnasium sind es fünf, nämlich Deutsch, Englisch, Französisch, Natur & Technik und Mathematik, je zu einem Fünftel. Und zwar aus einem bestimmten Zeugnis: Januarzeugnis der 2. bzw. 3. Sekundarklasse, also das Zeugnis des 1. Semesters. Die Mathematik-Zeugnisnote ist beim Kurzzeitgymnasium selbst schon zusammengesetzt. In der 2. Sekundarklasse zählen zwei Drittel Arithmetik und Algebra und ein Drittel Geometrie, in der 3. Sekundarklasse nur Arithmetik und Algebra. Ist in einem dieser Fächer keine Note vorhanden, zählt die Vorleistungsnote nicht. Gemeint sind die fünf Fächer, nicht die Teilgebiete der Mathematik.
Ein Rechenbeispiel: Welche Prüfungsnote brauche ich noch?
Mit einer Vorleistungsnote von 5.5 genügt eine Prüfungsnote von 4.0, um die Gesamtnote 4.75 zu erreichen, also weniger als die 4.5, die ohne Vorleistungsnote nötig wären. Mit einer Vorleistungsnote von 4.5 sind es dagegen 5.0, also mehr. Die Prüfungsnote ist dabei selbst schon ein gewichteter Wert: Mathematik zählt so schwer wie Sprachbetrachtung und Aufsatz zusammen. Und gerundet wird genau einmal, aber an verschiedener Stelle: Die Prüfungsnote wird nicht gerundet; gerundet wird erst die Gesamtnote aus Prüfungs- und Vorleistungsnote, auf zwei Dezimalstellen. Ohne Vorleistungsnote gilt stattdessen: Die Prüfungsnote wird auf zwei Dezimalstellen gerundet und ist dann die Gesamtnote. Der Rechner rechnet das mit deinen eigenen Zahlen durch.
Was die Evaluation 2026 zur Vornote zeigt
Die Universität Zürich hat das neue Übertrittsverfahren zuhanden der Bildungsdirektion ausgewertet. Der Schlussbericht vom Juni 2026 beruht auf den Prüfungsjahrgängen 2023 und 2024, den ersten beiden, in denen die Vornote zählt.
Kann man mit einer schwachen Vornote bestehen?
Ja. Umgekehrt schützt eine hohe Vornote nicht vor einer Ablehnung. Wer besteht, hat im Schnitt die höhere Vornote, aber die beiden Verteilungen überlappen stark: bei der Prüfung ins Langzeitgymnasium wurden Jugendliche mit einer Vornote von 5.50 abgelehnt, bei der Prüfung ins Kurzzeitgymnasium bestanden einzelne mit einer Vornote von 4.50. Wie hoch die Vornoten in beiden Gruppen liegen, zeigt die Mathematik am Langzeitgymnasium: bei denen, die am Ende nicht bestehen, liegt die mittlere Vornote bei 5.25, bei den Bestehenden bei 5.67. Im mittleren Bereich entscheidet deshalb nicht die Vornote allein, sondern die Kombination aus Vornote und Prüfungsnote.
Wie vielen hat die Vornote geholfen?
Der Bericht hat nachgerechnet, wie die Entscheide ausgefallen wären, wenn die Vornote nicht gezählt hätte. Von 4'487 Prüfungen ins Langzeitgymnasium bestanden 1'433 oder 31,9 % nur, weil die Vornote mitzählte; ins Kurzzeitgymnasium waren es 464 von 3'600 oder 12,9 %. Umgekehrt scheiterte am Langzeitgymnasium niemand an einer zu tiefen Vornote, am Kurzzeitgymnasium 10 oder 0,3 %. Fast niemand hat also wegen der Vornote nicht bestanden. Diese Rechnung nennt der Bericht «ein rechnerisches Gedankenexperiment» (Seite 31) und stellt sie unter Annahmen, die er selbst als nicht realistisch bezeichnet (Seite 28): sie hält alles andere gleich und tauscht nur die Entscheidungsregel aus. Sie ist damit ein theoretisches Modell und keine Aussage darüber, wie es ohne Vornote wirklich gekommen wäre.
Messen Vornote und Prüfung dasselbe?
Nur zum Teil. Für das Langzeitgymnasium liegt der Zusammenhang zwischen Vornote und Prüfungsnote in den Prüfungsjahrgängen 2023 und 2024 bei 0.53 in Mathematik und bei 0.58 in Deutsch. Der Bericht ordnet das so ein: im Bereich mittlerer Effektstärke. Beide Noten erfassen damit gemeinsame Anteile der schulischen Leistungsfähigkeit, tragen aber je eigene Information; bei den übrigen Prüfungen bleibt der Zusammenhang unter 0.50. Inhaltlich deutet der Bericht den Unterschied so: die Vornote bildet eher die Leistung über die Zeit ab, die Prüfungsnote eher die Leistung in einer standardisierten, zeitlich verdichteten Prüfungssituation.
Quelle: Tomasik, M. J. (2026), Evaluation zum neuen Übertrittsverfahren in die Maturitätsschulen im Kanton Zürich, Universität Zürich im Auftrag der Bildungsdirektion, Seiten 23 bis 31, abgerufen am 09.09.2026. Schlussbericht als PDF, Übersicht des Kantons.